Bericht

Wochenende «Mein Weg»


21.- 23. 10.2016

Am Freitag, 21. Oktober trafen wir uns am späteren Nachmittag im Kurhaus Weissenstein. Wir, das waren 12 Personen, alles betroffene Mütter und Väter von Kindern mit einer Krebserkrankung, sowie die beiden leitenden Psychologen Cilly Kupper und Andreas Dörner.

Bereits beim Apéro entstanden intensive, persönliche Gespräche, so als würden wir uns schon lange kennen. Von Anfang an herrschte ein grosses gegenseitiges Vertrauen. Nach dem Nachtessen zogen wir uns in einen Gruppenraum unter dem Dach zurück. Mit einer erweiterten Vorstellungsrunde nahmen wir unser Thema auf.

Der Samstag begann mit einer Meditation im Freien. Gleissendes Sonnenlicht, ein überwältigendes Alpenpanorama und die klare, würzige Luft waren belebend. Der Einstieg hätte nicht besser sein können.Wieder im Haus begaben wir uns gedanklich auf eine Fahrt durch unser Leben seit der Erkrankung unseres Kindes bis heute. Dabei steuerten wir verschiedene Stationen an. Anschliessend galt es eine Station oder ein Stück des zurückgelegten Weges zeichnerisch darzustellen. Den verbleibenden Tag brauchten wir für das Zeigen und Besprechen unserer Zeichnungen in Kleingruppen. Starke Gefühle kamen auf und wir erlebten Situationen rund um die Erkrankung unseres Kindes noch einmal. Trauer und Wut durften geäussert werden, aber auch rührende und schöne Momente kamen zur Sprache.

Nach dem Nachtessen begaben wir uns auf einen Nachtspaziergang. Es tat gut, frische Luft zu atmen, den schönen Sternenhimmel zu bewundern und den Weg auch mit den Füssen zu spüren. Nach der Heimkehr lud ein Ehepaar noch ein, den Abend mit einem Volkstanz zu beenden.

Wir widmeten uns am Sonntag wiederum unserem persönlichen Weg und der Lebensbalance. Was sind meine Ziele und Wünsche? Angenommen ich erreiche die, wie sieht mein Leben drei Monate später aus? Die beiden Stationen wurden in Kreisdiagrammen festgehalten und mit dem Lebenspartner, der Lebenspartnerin oder einer anderen nahestehenden Person besprochen. „Ich setzte den Fuss in die Luft und sie trug.“ Dieses Zitat von Hilde Domin half mir wieder etwas mehr Vertrauen in die Zukunft zu bekommen.

Am Nachmittag um drei Uhr trafen wir uns ein letztes Mal. Das Wochenende hat mich ein wenig an eine Sternwanderung erinnert: Aus allen Teilen der Deutschschweiz sind wir angereist, haben eine gute und bereichernde Zeit zusammen verbracht und nun strömen wir wieder zurück. Mit der Gondelbahn entschwebten wir unserer Insel und tauchten in den Nebel ein, zurück in unseren Alltag. Wir konnten durchatmen, Ruhe finden und gestärkt durch die Gruppe heimkehren.

Ein herzliches Dankeschön an Cilly Kupper und Andreas Dörner, die es verstanden haben, unsere Gruppe gefühlvoll zu begleiten und ihr Fachwissen subtil anzubringen. Vielen Dank auch an Bea und Markus Marti als Vertreter der Kinderkrebshilfe Schweiz und allen, die dabei waren.

 

Heinz Lüthi

 

 

 

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Tim und Lily Portal