Bericht

DIE Woche :-)


Tschamut, 10. Oktober 2015

Bien di Birgitta
Es ist schon ein Gewusel im Hotel Rheinquelle. In einer Stunde fährt der Zug und bringt uns von dieser wunderbaren Welt zurück nach Hause. Ach Birgitta, was hatten wir für eine schöne Woche. Schon von der ersten Stunde an war einfach alles richtig. Es ist schwer all das Wunderbare in Worte zu fassen. Jeder Tag bot so seine Momente, wo das Glück fassbar war.
Zum Beispiel, als Sophia auf dem Biohof zu den Kälbchen in die Boxen durfte. Die drei kleinen Kerlchen haben sich sofort in sie verliebt und sie kaum mehr gehen lassen. Oder als wir Djembe spielten und die Klänge ganz tief in den Körper, ins Herz und in die Seele drangen. Trotz roten und schmerzenden Händen konnten wir kaum mehr aufhören, diese afrikanischen Rhythmen zu uns zu lassen. Auch der Momente, als die zwei Coaches vom Boxclub Uster Eyoel einen „Ehren-Boxhandschuh“ für seinen sportlichen Einsatz überreichten, hat mein Herz berührt. Beim Bogenschiessen trat ich einen Schritt zurück und betrachtete im Gegenlicht der Sonne die Reihe Bogenschützen mit angespannter Sehne, kurz vor dem Loslassen des Pfeiles, und dachte an den Text von Khalil Gibran welcher er im Buch „Der Prophet“ über die Kinder geschrieben hat: „….Lasst euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein...“. Solche Bilder und Augenblicke bleiben für die Ewigkeit.
Am Mittwoch gingen wir ja zusammen mit dem Rennfahrer Fredy Barth auf die Go-Kart-Strecke in Bonaduz. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, was für Adrenalin-Ausschüttungen ich nur schon vom Zuschauen hatte. Unsere Fahrerinnen und Fahrer haben die Go-Kart-Bahn mehrmals „umgestellt“ und die Mitarbeiter schoben geduldig alles wieder an den richtigen Platz. Und als ich beim Verabschieden dafür dankte, waren die Worte: „Ich habe es gerne gemacht.“ Das hat mich sehr beeindruckt, denn es war ganz ehrlich gemeint. Am Abend desselben Tages erlebten wir etwas ähnliches, als sich die Masseurin, die schon das dritte Jahr gratis die Rücken der Teilnehmenden massiert, entschuldigte, dass sie nicht für alle Zeit hatte. Auch Begegnungen heilen….
Manchmal schaute ich auch einfach verwundert auf diese Gruppe von jungen Menschen. Die Jüngsten waren vierzehn Jahre alt, die Ältesten schon über zwanzig. Alle mit ihrer Einzigartigkeit, mit ihrer Geschichte, mit ihren Macken und „Special Effects“ und doch funktionierte es. Vom ersten Tag an. Als Mr. Da-Nos kam und wir aufgrund fehlender Technik alles ein bisschen umstellen mussten, da waren alle dabei. Gemeinsam konnten wir das Beste daraus machen und es war so stimmig und gemütlich. Das Beste eben. Und beim Romanisch Kurs wurde niemand ausgelacht und komisch angeschaut. Jeder trug das bei, was er sich zutraute. Als wir gemeinsam eine Bündner Spezialität kochten, kam so etwas wie eine häusliche Stimmung auf. Als wären wir eine Wohngemeinschaft, die schon Jahre lang gut zusammen funktionierte. Es ist schwierig zu umschreiben. Vielleicht ist das Wort „Familie“ das richtige?
Am letzten Tag kommt so etwas wie Melancholie auf, gepaart mit dieser Müdigkeit, die sich durch die kurzen Nächte einfach irgendwann mal zeigen muss. Und doch, alle sind noch voll dabei und die Worte der Line Dancerin Dana: „Es fägt!“ stimmten auch für uns. Besonders als wir am Abend unsere vier geübten Tänze vorzeigten und sich beim letzten vom Wildhüter, über die Damen vom Frauenverein, den zwei Jass-Workshop-Leiterinnen bis hin zu Armin und Iris vom Hotel, einfach alle anwesenden Gäste mit dazu gesellten und so diese Abschlussstunden zu einer lustigen und einmaligen Erinnerung gestalteten. Ja, es „hät gfägt“.
Weisst Du, diese jungen Menschen, das sind meine Superhelden. Batman und Catwoman können einpacken. Ich schaue sie an und nehme den Hut. Ich verbeuge mich vor ihnen. Für diesen Mut und diese Kraft. Und auch dafür, dass sie die Freude nicht verloren zu haben. Es sind so wundervolle Menschen. Herzen mit Beinen.
Und jetzt, jetzt wuseln wir. Packen alles zusammen, kontrollieren die Zimmer, schleppen Koffer. Keine Zeit, den November innerlich aufsteigen zu lassen. Das ist auch gut so und ich weiss, im Zug kommt dann die Dankbarkeit. Die Dankbarkeit darüber, solche Tage erleben zu dürfen. Es ist so viel Glück in diese Tschamuter Stunden gepackt. Séverine sagte: „Hier verdoppelt sich mein Wortschatz ums dreifache.“ Genau so geht es mir mit dem Glück. Der Rucksack mit all dem Guten ist prall gefüllt, das Herz ist leicht, es tänzelt sogar ein bisschen. Danke! An alle! Auch an Dich!
Cordialmein, Silvia

 

Kinderkrebshilfe Schweiz
Florastrasse 14
4600 Olten
Tel. 062 297 00 11
Fax 062 297 00 12
info@kinderkrebshilfe.ch

PC-Konto 50-1225-5
IBAN CH70 0900 0000 5000 1225 5

Tim und Lily Portal