Bericht

Familienferien Engelberg, 30. Sept. – 6. Oktober 2012


Gespannt und freudig erwarteten wir am Sonntag die acht Familien mit einem krebskranken Kind aus den Spitälern Aarau, St. Gallen und Luzern mit einem Apéro, der uns vom Hotel Schweizerhof spendiert wurde. Willkommen in der Spital-Auszeit. Das gegenseitige Kennenlernen war entspannt und alle freuten sich auf die bevorstehende Ferienwoche.
Der Montagvormittag begann für die Kinder gestalterisch und spielerisch. Das heisst, im Seminarraum konnte man bei Claudia lässige Sachen basteln. Einen Stock höher gab es viele Spiele und Puzzle, oder man gestaltete mit den vielen Stanzern und Papier selber etwas. Wiederum eine Etage höher, im sogenannten «Klötzlizimmer», konnten die Jüngsten unter uns mit der Briobahn, den Autos, den Kaplas oder dem «Köcherligeschirr» spielen. Die Eltern genossen derweil eine kleine Wanderung. Unser Ausflugsziel am Nachmittag war der Grotzewäldi-Spielplatz. Dort verweilten wir uns mit Seifenblasen machen, Diabolo oder Federball spielen etc. Aber die grösste Anziehungskraft hatten natürlich die Flosse auf dem kleinen Stausee. Die Mamis und Papis waren gefragte Gondolieres. Trotz dem trüben Wetter war die Stimmung heiter und ausgelassen. Nach einem wunderbaren Nachtessen und einem ausgezeichneten Dessertbuffet, machten sich einige Erwachsene auf den Weg in die Curlinghalle wo wir in die Kunst des Curling-spielens eingeführt wurden. Noch eine kleine Anmerkung: Am Fernsehen sieht das Curling-spielen so elegant und einfach aus, aber in Tat und Wahrheit ist es eine recht anspruchsvolle Sportart. Bei unserer Gruppe sah man einige gelungene Abrollübungen beim Abgeben des Steins, sowie ein Paar zerrissene Hosen und am nächsten Tag versteckte bestimmt der oder die eine oder andere SpielerIn ein blaues Knie unter den Hosen.
Am Morgen des Dienstags war wiederum Spielen und Basteln angesagt. Heute verzierten die Kinder bei Claudia einen Bilderrahmen für das später entstehende Familienfoto. Die Eltern zog es nach draussen auf eine kleine Wanderung, während die Kinder in liebevoller Obhut der Betreuerinnen und Pflegefachfrauen waren. Nach dem Mittagessen führte uns die Brunnibahn und der Sessellift hinauf zum Härzlisee. Petrus meinte es gut mit uns. Kaum oben angekommen, verzogen sich die Wolken und wir freuten uns über die warmen Sonnenstrahlen. Das lockte einige ins Wasser. Barfuss konnte man rund um den See laufen und dabei seinen Füssen Gutes tun, indem man über Tannzapfen, Kieselsteine, Holzrinde etc. lief oder die Beine im kalten Nass baumeln liess.
Am Mittwochmorgen weckte uns die Sonne schon ganz früh. Ein wunderschöner Tag für den gemeinsamen Ausflug zum Knorrliweg nahm seinen Lauf. Mit der Gondelbahn fuhren wir hinauf zum Trübsee. Beim Seerundgang konnten wir unser Wissen zum Thema «Ernährung» testen und dabei Buchstaben sammeln. Am Schluss gab es für das richtige Lösungswort ein kleines Knorrli-Geschenk. Im Alpstübli stärkten wir uns mit Chickennuggets und Pommes. Das war ein Hochgenuss für die Kinder- aber nicht nur! Da die Kinder (die Kleinen und die Grossen) wussten, dass auf dem Rückweg eine Trottiabfahrt angesagt war, waren sie nicht mehr lange zu halten. Das Tempo beim Herunterbrausen machte Spass und das Ausweichen der Kuhfladenspur erforderte einiges an Geschick!
Nach dem Nachtessen erzählten Cécile und Madeleine jeweils eine Gutenachtgeschichte, welche mit dem «Krokodil-Lied» eingesungen und dem «Rägebögeler» abgeschlossen wurde. Während der Woche hörte man immer wieder das eine oder andere Kind diese Melodien ruhig vor sich hinsummen oder singen.
Mit Verstärkung der Volunteers der GE Money Bank konnten wir am Donnerstag den Eltern einen kinderfreien Tag schenken. Bea und Markus hatten dem Wetter entsprechend einen besondern Ausflug geplant. Mit dem Zug ging es nach Hergiswil in die «Glasi». Dort besuchte die Gruppe das Glaslabyrinth, das Museum und zu guter Letzt durften alle eine eigene Glaskugel blasen. Nach einem ausgiebigen Mittagessen konnte man im «Glasi»-Shop einkaufen. Gemächlich ging es am Nachmittag wieder zurück nach Engelberg.
Beim Kinderprogramm konnte zu­erst jedes Kind einen Schirm bemalen. Doch schon bald lockte wieder der nahe Spielplatz.
Das Mittagessen wurde heute in neuer Runde mit den zugeteilten Betreuerinnen und den Volunteers zusammen eingenommen. Am Nachmittag fuhren wir mit dem Bus über einen unfreiwilligen Umweg zur Talstation der Fürenalp. Zu Fuss liefen wir zu einer lauschigen Feuerstelle im Wald, wo die Kinder aus Ton ein Waldmännchen formten, ihm einen Namen und ein Zuhause gaben. Zur Stärkung gab es Popcorn vom Feuer. Im Hotel folgte dann das grosse Wiedersehen der zufriedenen Eltern mit den glücklichen Kindern.
Am Freitagvormittag hatten alle eine Stunde Zeit um zu basteln, spielen oder einfach zu relaxen, bevor um 10.30 Uhr drei Kutschen vorfuhren. Bei strahlender Sonne genossen die Familien eine gemütliche Fahrt durch Engelberg. Den Nachmittag hatten die Familien zur freien Verfügung. Pünktlich um 17.30 Uhr startete Thomi den Wochenrückblick in Form von Bildern und kleinen Filmen. Mit viel Gelächter und einigen Aah und Oohs erinnerten wir uns an die vielen schönen Erlebnisse dieser Woche. Danach genossen wir bereits das letzte Abendessen im Hotel Schweizerhof. Vor dem Dessert bedankte sich Bea beim Hotelführer Adrian Barmettler und seinem Team für den gediegenen Aufenthalt. Als Erinnerung erhielt das Team ein Gruppenfoto und einen Windsack mit den Unterschriften von allen begeisterten Ferien­geniesserInnen.
Am Samstag trafen wir uns nach dem reichhaltigen Frühstück ein letztes Mal in der Hotel-Lobby. Es hiess Adieu sagen. Die abwechslungsreiche Ferienwoche hat gut getan: Abstand vom Spital, Erholung in den Bergen, Sonne tanken und Hotelleben geniessen, wohlwollende Begegnungen, tiefe Gespräche, gemeinsame Ausflüge, Spiel- und Bastelrunden. Wir wünschen allen von Herzen viel Kraft für den weiteren Weg und dass alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen noch lange von diesen positiven Momenten zehren können.
Im Namen des Leitungsteams:
Doris, Cécile und Madeleine

 

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